Kinderpsychodrama – spielend stark werden

Die Sprache der Kinder ist das Spiel; mit Handlungen versuchen Kinder die Welt zu begreifen.

Im Kinderpsychodrama sprechen wir die Sprache des Kindes. Die spielerische Möglichkeit des „so tun, als ob“ eröffnet im wahrsten Sinne des Wortes neue Spielräume, in denen Kinder sich als Neuschöpfer *innen erleben und die Welt in ihre Ordnung bringen können.

 

Die beeindruckende Kreativität von Kindern, in einer leidvollen Situation im Symbolspiel das Lustvolle herauszuholen und sich als aktiv gestaltendes, schöpferisches Wesen zu erleben, faszinierte Moreno, als er als junger Mediziner auf seinen Spaziergängen in den öffentlichen Gärten Wiens Kinder beobachte und mit ihnen spielte.

 

 

Obwohl Moreno wesentliche Anregungen für die Entwicklung des Psychodramas aus dem kindlichen Spiel gewonnen und in seiner frühen Schaffensperiode mit Kindern gearbeitet hat, entwickelte er das Psychodrama als Therapieverfahren nur für Erwachsene. 

 

In Deutschland hat Alfons Aichinger das Psychodrama für Kinder entscheidend weiterentwickelt. Er unterscheidet vier Grundbedürfnisse: Selbstwirksamkeit, Bindung/Zugehörigkeit, Selbstwerterhöhung und Lustgewinn.

 

„Ein Kind macht die ernsthaftesten Sachen, indem es spielt!“

Rousseau in "Emilie"


 

Diese Themen tauchen in vielfältiger symbolischer Form in den Spielwünschen der einzelnen Kinder auf. Das wesentliche Element in Spielgruppen ist, dass die Kinder die Spielinhalte selbst bestimmen und miteinander aushandeln. Diese Prozesse werden durch feste Strukturen und Rituale der Spielleitung begleitet.

 

Jedes Kind wählt seine Rolle selbst, häufig Tierrollen, Superheld*innen oder Zauberwesen. Die Kinder entwickeln dann mit Hilfe der Spielleitung eine gemeinsame Geschichte, die sie zusammen erleben möchten. Aus ihren Rollen heraus können die Kinder ihre Bedürfnisse ausleben, werden im Spiel und durch das Spielen entlastet, sie entdecken ihre Stärken und Ressourcen und bauen Resilienzen aus.

 

Die Spielleiter*innen gehen mit unterschiedlichen Methoden auf die Spielideen der Kinder ein und geben Anregungen für Veränderung, Lösungsstrategien und (Weiter-)Entwicklung. Das Setting kann individuell variieren und den Bedürfnissen des jeweiligen Kindes angepasst werden (einzeln, zu zweit, Kleingruppe).

 

 

Das Angebot für Kinder in der Praxis für Psychodrama zielt ab auf: 

  • die Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbstwirksamkeit,
  • die Steigerung der motorischen und sprachlichen Kompetenzen,
  • die Erweiterung und Vertiefung sozialer Kompetenzen,
  • die Förderung und den Ausbau von Beziehungsfähigkeit,
  • die Förderung der Kreativität, der Fantasie und des Spiels
  • die Beteiligung der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf (Inklusion).