Handeln mit Seele - das psychodramatische Sandspiel

Das Wichtigste zum psychodramatischen Sandspiel auf einen Blick

Materialien 

In einem Sandkasten stehen Sand (trocken und feucht) und eine Vielzahl von Miniaturen (Menschen, Tiere, Häuser, Pflanzen usw.) zur Verfügung. 

 

Nicht-verbale Ausdrucksform 

Der nicht-verbale Charakter des Sandspiels ermöglicht einen Zugang zu tieferen Schichten der Psyche und macht verborgene psychische Inhalte sichtbar. 

 

Erlebnisorientiertes Spiel 

Die Klient*in gestaltet frei und spielerisch Landschaften, Situationen und Bilder, die das innere Erleben ausdrücken. 

 

Therapeutische Begleitung 

Die Therapeut*in begleitet den Prozess, unterstützt das Entdecken von Ressourcen und hilft dabei, eine Verbindung zu den inneren Kräften zu stärken. 

„Beim Sandspiel habe ich völlig überraschende Erkenntnisse über eine schwierige Situation gewonnen.“


Anwendungsbereiche und Ziele

Persönlichkeitsentwicklung 

Es dient der Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung. 

 

Traumabewältigung 

Das Sandspiel ist besonders wirksam bei der Verarbeitung von frühkindlichen Traumata und Störungen, die nicht einfach verbalisiert werden können. 

 

Ressourcenentdeckung 

Der Prozess hilft auch dabei, verborgene Stärken und Ressourcen zu finden und zu stärken. 

Der psychodramatische Aspekt

Bühne für das Unbewusste 

Der Sandkasten wird zum „Bühnenbild“ und Projektionsfeld, auf dem die Dynamik des Unbewussten sichtbar wird. 

 

Individuationsprozess 

Das entstehende Sandbild kann, wie ein Traumerlebnis interpretiert werden und regt den Individuationsprozess an, den C.G. Jung beschrieben hat. 

 

Ressourcenorientierte Arbeit  

Aufgrund seiner ressourcenorientierten Ausrichtung ist das psychodramatische Sandspiel gut für früh traumatisierte Klienten geeignet, die ihr Innenleben nur schwer ausdrücken können.


Kreativ und ausdrucksstark

Wie man die inneren seelischen Vorgänge spielerisch sichtbar macht

Der Begriff Psychodrama setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern „Drama“ für Handlung und „Psyche“ für Seele. Es geht im Psychodrama also darum, die inneren seelischen Vorgänge spielerisch sichtbar zu machen. 

 

Im Sandspiel werden Kompetenzen aller Rollenebenen (Schacht 2003) berührt: Psychosomatisch der Kontakt mit dem Element Sand, psychodramatisch das in Szene und Bewegung Setzen von Figuren und soziodramatisch der gemeinsame Blick auf deren Konstellation und Beziehungen.

 

Die Sandspieltherapie wurde von Dora Kalff (1904-1990) in Zollikon / Schweiz in seiner jetzigen Form entwickelt und basiert auf der analytischen Psychologie C.G. Jungs.


Das Therapeutische Sandspiel ist eine kreative Methode, die es dem Kind ermöglicht darzustellen, wie es die Welt empfindet und die ihm hilft Lösungsstrategien für vergangene oder aktuelle Konflikte zu finden.

 

Es kann die eigenen Ressourcen stärken und zur Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit beitragen.

Der Sand wird in einem Tischsandkasten angeboten. Die Innenseite ist in einem blauen Farbton gehalten, der an Wasser erinnert, um Flüsse, Seen, Meere darstellen zu können.

 

Ergänzend stehen Figuren zur Auswahl: Menschen, Tiere, Pflanzen, Gebäude, Fahrzeuge und auch Naturmaterialien wie Steine, Muscheln, Rinde.


Ohne thematische Vorgabe können im Sand abstrakte oder konkrete Bilder entstehen. Wie Träume sind die Bilder, die im Sand auftauchen, eine symbolische Darstellung dessen, was das Kind bewegt, womit es sich gerade innerlich beschäftigt. So können Probleme, Ängste und Sorgen - aber auch Wünsche und Bedürfnisse sichtbar gemacht werden.

 

Das Sandspiel kann ebenfalls in der Beratungsarbeit mit Erwachsenen, z.B. mit Teams oder Familien angewendet werden.